12. Oktober 2017

Heiß begehrter Bio-Mohn

 

Anfangs etwas belächelt hat sich die Kultur Bio-Mohn im Steinwald mittlerweile etabliert. Als zentrale Stelle sammelt und bereitet jetzt die Güterverwaltung Friedenfels mit dem angeschlossenen Bio-Lagerhaus den gesamten bayerischen Bio-Mohn auf. Denn die Nachfrage ist seit Beginn sehr groß und sogar im Steinwald selbst können nun erste Produkte verkostet werden.

 

Seit den Anfängen der Öko-Modellregion ist der Mohn Thema in der Arbeit der Öko-Modellregion Steinwald. Bereits in der Bewerbung um die Anerkennung als Öko-Modellregion, von denen es mittlerweile zwölf in ganz Bayern gibt, wurde die Kultur als eine Chance für die biologische Landwirtschaft im Steinwald angesehen. Der Steinwald mit seinen eher ertragsschwachen Böden ist im Anbau von herkömmlichen Acker-früchten kaum konkurrenzfähig zu anderen Regionen. Deshalb war Mohn-Pionier und Bio-Bauer Josef Schmidt schon immer auf der Suche nach einer alternativen Kultur für seine kargen Äcker. Da er sehr gerne Mohnkuchen isst, hat er es mit der Pflanze einfach mal auf kleiner Fläche probiert – und hat mittlerweile auch andere Bio-Bauern mit dem Mohn-Virus infiziert.

 

Von ursprünglich wenigen Tagwerken Bio-Mohn auf den Flächen von Josef Schmidt in der Grenzmühle hat sich der Anbau Jahr für Jahr ausgeweitet. In diesem Jahr wurden in Bayern insgesamt ca. 18 Hektar Bio-Mohn angebaut. Etwa zehn Bio-Bauern haben die Kultur 2017 angebaut. Im Steinwald blühte der Mohn im Juli auf den Flächen von Josef Schmidt, der Güterverwaltung Friedenfels und Martin Busch aus Eisersdorf. Außerdem gab es Öko-Modellregions-übergreifend einige Anbauer in den unterfränkischen Öko-Modellregionen.

 

Doch die Kultur ist nicht ganz ohne. Zunächst benötigt man eine Genehmigung der Bundesopiumstelle, um Mohn überhaupt anbauen zu können. Außerdem sind nur morphinarme Sorten erlaubt. Die nächste Herausforderung liegt in der Saat, da nur etwa 1 kg Samen pro Hektar ausgebracht wer-den, denn die Mohn-Körner sind recht klein und leicht. Geht der Mohn erst mal auf kommt die lange Phase der Jugend-entwicklung. Da müssen die Bau-ern achtsam sein, damit das Unkraut nicht darüber wuchert. Hat der Mohn es da hindurch geschafft, steht er schließlich etwa Anfang Juli in voller pinkfarbener Blütenpracht und bietet Nahrung und Lebensraum für viele Insekten und eine Augenweide für den menschlichen Betrachter. Die Druschreife erkennt Bio-Bauer Schmidt am Raschelgeräusch der Kapseln. „Dann muss es schnell gehen!“ sagt der Landwirt, denn Mohn muss nach der Ernte sofort gereinigt werden um lagerfähig zu sein.

 

Dafür haben sich die Friedenfelser Betriebe extra eine spezielle Mohn-Reinigungs-Maschine angeschafft. Aufgrund der extrem kleinen Körner, würden diese bei gewöhnlichen Anlagen einfach mit dem Unkraut durch die Siebe hindurchfallen. Einzigartig ist, dass damit fast 99%ige Backqualität-Sortierung erreicht wird und deshalb mittlerweile der gesamte Bio-Mohn aus Bayern in Friedenfels einlagert. Bisher konnte nur auf eine Sortierung für Öl-Qualität gereinigt werden. Im Moment beschäftigt die Mitarbeiter dort das Problem des Verpackungsmaterials, denn Mohn muss in der Packung atmen können.

 

Begeistert von der Qualität des Mohns ist Bäckermeister Eberhardt Söllner aus Ebnath. Er verwendet in seiner Bäckerei gerne regionale Lebensmittel soweit er sie bekommt. Deshalb war er auch der Erste, der Mohnkuchen mit dem Steinwälder Bio-Mohn bäckt. „Dafür zahle ich dann gerne auch einen höheren Preis!“, so Söllner.

 

Weitere Interessenten gibt es unter den bayerischen Bäckereien und Ölmühlen. Die Nachfrage nach dem regionalen Bio-Rohstoff ist groß, da Bio-Mohn in der Regel importiert werden muss, zum Beispiel aus Israel oder der Türkei. Die Öko-Modellregion Steinwald wird sich daher weiterhin bemühen, mehr Bio-Bauern für den Anbau der Kultur zu gewinnen. Die bisherigen Anbauer Martin Busch, Josef Schmidt und die Friedenfelser Betriebe haben bereits signalisiert, dass sie nächstes Jahr wieder mit dabei sind. Interessierte Landwirte können sich bei der Öko-Modellregion melden.

 

 

Ansprechpartnerin:

Elisabeth Waldeck, Projektmanagerin Öko-Modellregion Steinwald

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