Biologische Vielfalt

Bis vor kurzem dachte man beim Verlust der "Biologischen Vielfalt" an Eisbären, die einsam auf einer Eisscholle dahintreiben oder an seltene Tigerrassen. Doch auch die Vielfalt vor unserer Haustür - ob Insekten, Vögel oder Pflanzen - ist  gefährdet und die Diskussion darüber hat die Mitte der Gesellschaft erreicht. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe, unseren Nachkommen eine möglichst intakte Umwelt zu hinterlassen und jeder kann seinen Teil dazu beitragen.

 

Die Mitgliedskommunen der Steinwald-Allianz haben schon 2015 bei der Überarbeitung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts die "Förderung der Biologischen Vielfalt" als Ziel aufgenommen. Die Öko-Modellregion Steinwald veranstaltet in diesem Rahmen Vorträge sowie Weiterbildungen und initiiert in Zusammenarbeit mit den Mitgliedskommunen unterschiedliche Projekte. Die Aufgaben sind dabei so vielfältig wie die Natur- daher heißt es "loslegen und anpacken"!

Seminare für kommunale Bauhöfe

Die biologische Vielfalt ist gefährdet - auch die Vielfalt vor unserer Haustüre. Hier müssen alle mit anpacken, um unseren Nachkommen eine möglichst intakte Umwelt zu hinterlassen. Aus diesem Grund konzipiert die Öko-Modellregion Steinwald jedes Jahr Schulungen für die kommunalen Bauhöfe, die bis jetzt immer regen Zuspruch bei den Mitarbeitern fanden.

 

Vielfältige Themen

Die Schulungen wurden in Zusammenarbeit mit Kreisfachberatern, Gärtnern und Gärtnereien abgehalten. In den unterschiedlichen Seminaren konnten sich die Bauhofmitarbeiter über die Pflege von Hecken, den richtigen Beschnitt von Obstbäumen, die Balkenmähermahd und über die Möglichkeiten der Natur auch im Ortskern Raum zur Entfaltung zu geben, informieren. Auch die Bepflanzung von insektenfreundlichen Blumenkästen war bereits Thema.

 

Theorie und Praxis

Neben der Besichtigung von Best-Practice Beispielen, wie dem Kurpark Sibyllenbad oder dem Bürgerpark Krummennaab, Vorführungen bestimmter Pflegepraktiken und Artenspaziergängen, bei denen auf die vielfältigen Tier- und Pflanzenarten eingegangen wurde, kam auch die Praxis nicht zu kurz. Nach einer Demonstration durch Kreisfachberater und Maschinenring, wurden zum Beispiel Obstbäume und Hecken auch durch die Teilnehmer beschnitten.

Artenreichtum fördern durch Blühwiesen 

Ein Beet in voller Blüte, ein bunter Mix aus Färberkamille, Mohnblumen, Kornblumen, Phacelia, aufgelockert mit einigen Feuer-Lilien oder eine bunte Blumenwiese, über die sich die heimische Tierwelt vom Schmetterling bis zum Igel freut - durch die Anlage und Entwicklung von Blühflächen in den Kommunen der Steinwald-Allianz soll der Artenreichtum auch im Ortsbereich gefördert werden.

 

Im Rahmen des Themenbereichs „Biodiversität und Förderung der Artenvielfalt“ initiiert die Öko-Modellregion Steinwald regelmäßig Seminare für kommunale Mitarbeiter, bei denen auch die  Ansaat von Blühflächen ein Schwerpunkt ist.

 

Angeregt vom bunten Bild, der bereits bestehenden Flächen, hoffen die Initiatoren der Steinwald-Allianz auf zahlreiche Nachahmer in den Kommunen und Privatgärten rund um den Steinwald.

Blühende Blumenkästen - Biodiversität auf dem Balkon

In Deutschland hat sich der Bestand an Insekten in den letzten Jahren drastisch verringert. Deshalb gilt es zu reagieren, um das Ausmaß und das Tempo der Reduzierung der biologischen Vielfalt zu drosseln. Im heimischen Garten kann jeder mit einfachen Mitteln Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaffen, die anderswo verschwinden. Deshalb bepflanzte die Bio-Kräutergärtnerei Becher in Ebnath gemeinsam mit den Verantwortlichen der Öko-Modellregion Steinwald beispielhaft zwei Balkonkästen mit Kräutern, die während ihrer Blütezeit eine optimale Nahrungsquelle für die heimischen Insekten darstellen. Der mediterrane Blumenkasten wurde mit  Gewürzfenchel, Lavendel, Majoran, Oregano, Rosmarin, Salbei bepflanzt, der zweite mit Basilikum, Borretsch, Kamille, Kapuzinerkresse, Minze (Indian Mint) und Tagetes. 

Insektenfreundlich pflanzen mit den richtigen Sorten

Zahlreiche Blühpflanzen locken die Bienen durch ihren Duft zwar an, bieten ihnen aber keinen Nektar oder Pollen, von denen sie sich ernähren können. Somit sind Zierpflanzen wie Geranien und Co. zwar dekorativ, fördern jedoch unsere Insektenwelt nicht.

 

Glücklicherweise gibt es viele bunt blühende und ebenso schöne Alternativen. Einige Beispiele dafür sind Fächerblumen, Kapuzinerkresse, Verbene, Glockenblumen, Wandelröschen, Löwenmäulchen oder der duftende Lavendel. Auch Margeriten und Sonnenblumen eignen sich für Balkone.

Wildblumenmischungen und Kräuter

Wer sich gerne an einer bunten Blütenpracht auf seinem Balkon erfreut, der kann in größeren Kübeln oder breiten Balkonkästen Wildblumenmischungen aussähen. Diese schmecken den Bienen, sind ansprechend und preisgünstig. Neben bienenfreundlichen Pflanzen wie Klatschmohn oder den Pflanzen aus einer Wildblumen-Samenmischung werden auch Kräuter im Balkonkasten leicht untergebracht. Und gerade Küchenkräuter wie Thymian, Minze, Basilikum, Koriander, Borretsch Salbei, Schnittlauch und Zitronenmelisse verfeinern nicht nur unsere Mahlzeiten, sondern deren Blüten sind auch für Bienen eine unentbehrliche Nahrungsquelle. Die Kombination von Erdbeeren, mit beispielsweise Minze, lockt die Insekten an. Einzeln und senkrecht stehende, dürr gewordene Markstängel sind natürliche Nistplätze für Wildbienen und lassen sich ganz einfach in einen Blumenkasten integrieren.

Insektenfreundliche Blühkästen - 3 grundlegende Regeln

Bei der Auswahl der Balkonpflanzen sollten drei Grundregeln beachtet werden. Auf diese Weise lässt sich sicherstellen, dass die Blütenpracht auch den Bienen Nahrung bietet.

 

  • Sortenvielfalt statt Monokultur: Sinnvoll ist es, verschiedenste heimische Blumen zu pflanzen, um den Bienen so eine reichhaltige Auswahl an Nahrungsquellen anzubieten. Viele Wildbienenarten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und fliegen nur diese auf der Pollen- und Nektarsuche an. Es gilt daher: Je vielfältiger das Pflanzenangebot ist, desto besser für die Bienen!

 

  • Auch Bienen brauchen regelmäßige Mahlzeiten: Indem sowohl früh, mittel, als auch spät blühende Arten angepflanzt werden, sorgt der Gartenliebhaber dafür, dass die Bienen das ganze Jahr über Nahrung finden. Beete und Blumenkästen sollten Blumen, Kräuter und Stauden beherbergen, die vom Frühjahr bis in den späten Herbst blühen, somit können Insekten über den gesamten Zeitraum Nahrung finden.

  • Nicht alles, was schön ist und duftet, schmeckt auch: Tatsächlich stillen nur Pflanzen mit ungefüllten Blüten den Hunger der Bienen. Gefüllte Blumensorten, wie z.B. Geranien, gezüchtete Dahlien oder Garten-Chrysanthemen, sind zwar dekorativ und versprechen durch ihren Duft leckeren Nektar und Pollen, bieten aber in der Tat keine oder nur wenig Nahrung für die Bienen.​
Druckversion | Sitemap

Steinwald-Allianz | Bräugasse 6 | 92681 Erbendorf

Öffnungszeiten:
Montag - Donnerstag: 08:30 Uhr - 12:00 Uhr und 13:00 - 17:00 Uhr
Freitag: 08:30 Uhr - 12:30 Uhr

Tel. 09682 182219-0
Fax 09682 182219-22
E-Mail: info@steinwald-allianz.de
Web: www.steinwald-allianz.de und www.steinwald-urlaub.de

Facebook | Instagram | Impressum | Datenschutz