23. Juli 2018 

Die Steinwald-Allianz präsentiert den "mobilen Dorfladen" 

 

Der Bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer besuchte die Steinwald Allianz zur Übergabe des „mobilen Dorfladens“. Der ausgebaute Lkw ist ein erstes sichtbares Ergebnis im Modellprojekt „digitales Dorf“. Noch im Sommer soll der Verkauf in den 26 Ortschaften in der Steinwald-Allianz beginnen.

 

Mit der Übergabe eines MAN-Trucks startet der vom bayerischen Wirtschaftsministerium geförderte „mobile Dorfladen“. Im Zentrum des Projekts steht eine digitale Plattform, die Möglichkeiten der Online-Bestellung bietet sowie einer intelligenten Routenplanung, dem Abgleich des Warenbestands und als Kommunikationsmittel für alle Akteure des Netzwerks dient. Zu diesem Zweck wurden ein Online Shop und eine App für Logistik und Kommissionierung entwickelt, die an diese digitale Plattform anknüpfen. Der „mobile Dorfladen“ wird den Käufern zukünftig in Form eines Lkws als mobiler Einkaufsort zur Verfügung stehen. In Kooperation mit MAN und auch mit Unternehmen aus der Region wurde dieser zum Verkaufsfahrzeug ausgebaut und entsprechend ausgestattet. Für die Bürger der Steinwald Allianz wird der „mobile Dorfladen“ ab Mitte August 2018 seine Touren starten. Bayerns Wirtschafts- und Technologieminister Franz Josef Pschierer:

„Die Digitalisierung lässt neue Geschäftsmodelle, neue Wertschöpfungsketten und neue wirtschaftliche Strukturen entstehen. Und die Digitalisierung kann auch ganz konkret den Alltag verbessern, wie der neue mobile Dorfladen zeigt. Für mich ist deshalb klar: Die Digitalisierung hilft uns auch bei der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse. Das ist ein übergeordnetes Ziel meiner Wirtschaftspolitik. Die Steinwald-Allianz zeigt, wie sich die Chancen der Digitalisierung ganz konkret für den ländlichen Raum nutzen lassen.“

 

Mit dem Grundsortiment eines Dorfladens wird der „mobile Dorfladen“ auf drei unterschiedlichen Routen jede Woche zweimal in ausgewählten Ortschaften für jeweils

30 Minuten halten. Für die Auswahl der Halteorte wurden die Daten des gemeinsamen Vitalitätschecks 2.0 zugrunde gelegt, nach denen rund 6.800 Einwohner in Orten „ohne Versorgungspotenzial“ leben. Rund 200 Produkte – von Backwaren über Bio-Rindfleisch bis hin zur Zahnpasta – finden sich im begehbaren Verkaufsraum (ca. 17 m2). Auch Bargeld bis maximal 200 Euro kann im Fahrzeug abgehoben werden. Neben dem Einkauf vor Ort dient der Lkw als Lieferfahrzeug für eine Vielzahl an Produkten, die vorab über einen Online Shop bestellt werden können. Online bestellte Waren können somit zu einem vereinbarten Zeitpunkt an den jeweiligen Haltepunkten von den Bürgern schnell und vorkommissioniert abgeholt werden. Für die Durchführung des Projekts beschloss die Steinwald-Allianz im Herbst 2017 die Gründung einer Betreiber GmbH.

 

Als besondere Gäste begrüßte der Vorsitzende der Steinwald-Allianz Hans Donko ebenso Herrn Prof. Dr. Pflaum, den Leiter des Fraunhofer Instituts SCS und Herrn Martin Zaindl, den Verkaufsleiter MAN Truck. Weitere Vertreter der Bayerischen Staatsregierung und geladene Gäste aus der Region sowie Projektbeteiligte reisten zur Übergabe und Präsentation an. Neben der Übergabe des Lkws wurden digitale Komponenten –

Online Shop und Logistik App – erstmals in einer Demo-Version vorgestellt.

 

In mehr als 500 Gemeinden in Bayern gibt es keine Lebensmittelgeschäfte mehr.

Die Zahl der Läden in der Region ist seit 2005 um 28 Prozent gesunken. Mit den damit verbundenen Herausforderungen von weiten Wegstrecken zu Einkaufsmöglichkeiten sind auch viele Bürger in der Steinwald-Allianz konfrontiert. Mithilfe der Digitalisierung soll die Daseinsversorgung und Lebensqualität in der Region nachhaltig gefördert werden. Dafür wurde 2016 die Idee des „mobilen Dorfladens“ ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt der Projektidee steht die digitale Vernetzung der Bürger, des mobilen Dorfladens und der regionalen Erzeuger, um die Nahversorgung in den kleinen Orten der 16 Mitglieds-kommunen in der Steinwald-Allianz zu verbessern. Bereits seit April 2017 arbeitet die Steinwald-Allianz gemeinsam mit dem Fraunhofer IIS und dem Fraunhofer IESE an der Umsetzung des Pilotprojekts – gefördert vom Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Die Ziele des Modellvorhabens liegen auf der Hand: dem Rückzugstrend des Einzelhandels entgegenwirken, die Lebensqualität in den kleinen Ortschaften fördern und regionale Kreisläufe fördern.

 

 

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