17. Oktober 2019

Partnerschaft überwindet Grenzen

 

Ende 2018 fanden in Tschechien die Kommunalwahlen statt und auch in der Mikroregion Konstantinsbad gab es Veränderungen. Bei einem Treffen der Bürgermeister auf der Glasschleif in Arnoldreuth bei Pullenreuth stellten sich die neuen Verantwortlichen gegenseitig vor und bestätigten ihre langjährige Zusammenarbeit. Eine besondere Rolle spielten dabei die Jugendparlamente in der Steinwald-Allianz.

 

Das Treffen war der Abschluss des Kleinprojekts „Unbeschwert, zwanglos, jugendlich…“, welches die Steinwald-Allianz seit 2018 bearbeitet hat und bei dem vor allem kulturelle Begegnungen von Kindern und Jugendlichen im Fokus standen. An der Glasschleif in Pullenreuth stellten nun auch die Jugendparlamente in der Stein-wald-Allianz ihre Arbeit vor, weil diese Form der politischen Mitwirkung in Tschechien nicht verbreitet ist. Lilli Glowka aus Brand, Julian Krös aus Pullenreuth und Florian Dick aus Waldershof erläuterten in ihren Vorträgen die Wahl der Jugendparlamente und präsentierten zahlreiche Beispiele ihrer Arbeit. Neben der Erarbeitung von Ferienprogrammen treten die Jugendlichen auch bei Festen in Aktion, kümmern sich um Jugendräume und organisieren Verschönerungsaktionen in der Stadt. Die Kommunen stellen hierzu ein kleines Budget zur Verfügung und die Jugendlichen haben die Möglichkeit, über Anträge oder die Teilnahme an Sitzungen Einfluss auf die kommunale Entwicklung zu nehmen. Die Struktur von Jugendparlamenten stieß auf großes Interesse bei den tschechischen Bürgermeistern und es wurden für die Zukunft Begegnungen der Parlamente mit Jugendverbänden in der Mikroregion Konstantinsbad ins Auge gefasst.  

 

Begegnungen auf beiden Seiten der Grenze

Karel Tyzel, Bürgermeister von Bad Konstantinsbad, stellte die neun Mitgliedskommunen der Mikroregion vor und ging dabei vor allem auf die Sanierung von Baudenkmälern und sakralen Bauten ein. „Einige Bauwerke werden Sie kaum wiedererkennen“, freute er sich zu verkünden. Die verschiedenen Projekte der Steinwald-Allianz und speziell die durchgeführten Aktionen und Begegnungen mit der Mikroregion präsentierte Martin Schmid, Geschäftsführer der Steinwald-Allianz in einem Bildervortrag. Der Partnerschaftsvertrag wurde im Jahr 2007 beim Waldhausfest und auf dem Krasíkov (Schwanberg) bei Kokasiče unterzeichnet und ist seitdem die Grundlage vieler gemeinsamer Projekte. Schul- und Vereinsseminare in den Jahren 2008 - 2010, die Sommerserenaden im Jahr 2012, die Aktion „24 Stunden Steinwald erleben“ und gegenseitige Besuche zu Festen in der Region – die Liste der Begegnungen ist lange. Vor allem die zahlreichen Begegnungen von Kindern und Jugendlichen über das Programm Mini Pilsen und die Jugendlager bleiben überaus positiv in Erinnerung.

 

Gute Zusammenarbeit in der Zukunft

„Wir danken auch der Euregio Egrensis, die viele Aktionen finanziell gefördert hat“, hob Hans Donko hervor. „Wir freuen wir uns auf viele weitere Ideen und Projekte in der Zukunft“, sagte Hans Donko und betonte, dass die Zusammenarbeit sich nicht nur auf die beiden Regionen beschränken müsse, sondern dass sie durch örtliche Partnerschaften oder Schulkooperationen weiter vertieft werden könne. Er dankte auch Frau Lucie Mantel, die die Partnerschaft seit Beginn an begleitet und deren Übersetzungsarbeiten und örtliche Kenntnisse von großem Wert seien.

 

Der Vorsitzende der Gesellschaft Steinwaldia e. V., Norbert Reger stellte die Geschichte des Vereins, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Sanierung der Burgruine Weißenstein und die erlebbare Glasschleif vor. „Unsere Beziehungen haben eine lange Geschichte vorzuweisen und sind im Prinzip ein Vorgänger der Globalisierung. Das Glas kam damals aus Böhmen, wurde in der Oberpfalz geschliffen und in Nürnberg veredelt“, erläuterte Reger und stellte die anstrengende Arbeit der Glasschleiferei, wie sie vor 250 Jahren betrieben wurde, vor. Zum Abschluss des Treffens gab es eine Brotzeit für alle Teilnehmer.

 

Hintergrund:

Die Mikroregion Konstantinsbad ist ein Zusammenschluss von neun Mitgliedsge-meinden (Bezdružice, Černošín, Cebiv, Konstantinovy Lázně, Lestkov, Kozolupy, Olbramov, Kokašice, Záchlumí) im nordöstlichen Bezirk Tachov. Auf einer Fläche von ca. 205 km2 leben rund 4.500 Einwohner. Vom Grenzübergang Mähring aus sind es rund 45 Minuten Fahrzeit bis nach Konstantinsbad östlich von Planá.

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