21. Februar 2020

Startschuss für ein interkommunales Öko-Konto der Steinwald-Allianz

 

„Zusammenarbeit bei ökologischen Ausgleichsflächen“ lautet der Titel eines Projekts aus dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts der Steinwald-Allianz. Bei der Sitzung der Steinwald-Allianz in Windischeschenbach wurde der zukunftsweisende Beschluss gefasst, durch einen gemeinsamen Flächenankauf das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. 

 

Vorsitzender Hans Donko machte in einleitenden Worten deutlich, dass jeder Eingriff durch Bau- und Erschließungsmaßnahmen – wenn er nicht vermieden werden kann - in den Kommunen ausgeglichen werden müsse. In Einzelfällen seien zwar Ersatzzahlungen an den Bayerischen Naturschutzfonds möglich, aber der Ausgleich müsse in den meisten Fällen durch naturschutzfachliche Aufwertungen auf speziellen Ausgleichsflächen geschehen. „Diese Flächen sind mittlerweile mit Gold aufzuwiegen“, sagte Hans Donko und zitierte ein Schreiben des Bayerischen Städtetags, in dem ein „überhitzter Markt für potentielle Ausgleichsflächen“ beschrieben wird, mit unterschiedlichen Interessensgruppen, die letztendlich alle dieselben Flächen nachfragen. Auch der Bayerische Städtetag begrüße ein interkommunales Agieren in diesem Handlungsfeld.

 

Geschäftsführer Martin Schmid erläuterte den Bürgermeistern das Ausgleichsverfahren durch Wertpunkte. Ausgangspunkt ist immer der Kompensationsbedarf, der bei einem Eingriff berechnet wird und ausgeglichen werden muss. Dargestellt wird dies in sogenannten Wertpunkten. Die Kommunen müssen diese Punkte durch eigene naturschutzfachliche Maßnahmen selbst generieren oder können diese auch einkaufen. Die Vorteile von eigenen Flächen wären beschleunigte Verfahren, Kostenersparnisse für die Gemeinden und auch effizientere Aufwertungen des Naturhaushalts. Wenn die Steinwald-Allianz eigene Fläche in enger Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde durch zum Beispiel Streuobstwiesen oder extensiv bewirtschaftete Wiesen  aufwertete, würden sich die daraus resultierenden Wertpunkte sogar jährlich um 3 % verzinsen, sagte Martin Schmid. Damit wäre ein echtes Öko-Konto geschaffen, von dem die Mitgliedskommunen dann bei Bedarf Punkte „abbuchen“ könnten.

 

„Für die Aufwertung und Pflege werden natürlich Landwirte vor Ort gebraucht“ ergänzte Hans Donko und so sei der oft herbeizitierte Gegensatz von „entweder Naturschutz oder Landwirtschaft auf der Fläche“ nicht erkennbar. Der Aufwand für naturschutzfachliche Umgestaltungen und die notwendige Pflege übersteige sogar den reinen Grundstückspreis. Insgesamt sei eine Investition von rund 1 Mio. Euro geplant. Die Versammlung der Steinwald-Allianz beschloss, das Projekt weiter zu verfolgen und den Ankauf einer angebotenen Fläche weiterhin zu forcieren und zu bearbeiten. 

 

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